Neugeschrei und sein Kardinal

Weipert hatte 3 Ortsteile, Weipert-Grund, Weipert-Stadt mit Bräuhaustempel und Weipert-Neugeschrei. Die Neugeschreier waren etwas besonderes, sie waren keine Weiperter, nein sie waren "Neugeschreier". Neugeschrei wurde erst nach 1900 zu Weipert eingemeindet.
Neugeschrei gehört zur Pfarrei Weipert, Ende des 19. Jahrhunderts bauten die Neugeschreier mit Spendengeldern ihre eigene Kirche "Herz Jesu". Man sagt, einige Familien hungerten um für den Kirchenbau zu spenden, der Berg oberhalb der Kirche heißt daher auch der "Heilige Berg". Eine eigene Pfarrei wurde Neugeschrei aber nicht mehr.
Die treibende Kraft für den Kirchenbau war wohl Kanneberger, Kanneberger wollte sich damit ein Denkmal setzen (Kanneberger wurde in Aussig beerdigt, er hat keine Gruft in Weipert). Die Bewohner des "heiligen Berges" waren von Kanneberger als Arbeitgeber abhängig, als führenedes Mitglied im Kirchenbauverein hatte er genauen Überblick über die Spenden seiner Arbeiter. Die Bewohner hungerten um ihren Arbeitsplatz zu behalten!

Kardinal Innitzer

Vaterhaus von Kardinal Innitzer

Die Neugeschreier hatten einen "eigenen" Kardinal, darauf waren sie stolz, einen Kardinal hat nicht jeder. Noch heute rühmen sich viele Neugeschreier, sie seien mit Kardinal Innitzer verwandt.
Innitzer Theodor wurde am 25.Dezember 1875 in Neugeschrei geboren. Die Eltern waren Innitzer Wilhelm Anton und Seidl Maria. Am 19. September 1932 wurde er zum Erzbischof von Wien ernannt und am 16. Oktober 1932 zum Bischof geweiht. Am 13. März 1933 erfolgte die Erhebung zum Kardinal. Kardinal Innitzer starb am 9. Oktober 1955 in Wien.
Sein Verhältnis zu den Führern des 3. Reiches ist jedoch umstritten.

Empfang in Neugeschrei

Empfang am Friedhof

vor der Kanneberger-Fabrik



Eheschließung Rathka - Schmidt

Kardinal Innitzer war seiner Heimat sehr verbunden und besuchte sie oft. Beim Empfang waren die Neugeschreier, aber auch die übrigen Weiperter dabei.

Bei seinen Besuchen zelebrierte Kardinal Innitzer heilige Messen, aber auch Hochzeiten. Kardinal Innitzer wird nachgesagt, daß er im Winter des öfteren die Messe in Potschen (Hausschuhe aus Filz) hielt.
Am 12. Juli 1933 wurden Walter Rathka und Hedwig Schmidt in der festlich geschmückten Neugeschreier Kirche von Kardinal Innitzer getraut.


Blick von Niederschlag nach Neugeschrei. Das große Gebäude links ist die ehemalige Kunzmühle, rechts vom Baum ist die ehemalige Färberei Rathka.


Kriegerdenkmal an der Neugeschreier-Kirche (2010)

Am heiligen Berg (2010)

Kreuz bei Bergstr. 260 (2012)

Neugeschreier Str. mit Kirche


Bahnhof Neugeschrei

Blick zur Kirche

Reichsgrenze

Blick von Niederschlag nach Neugeschrei


Die Häuser von Neugeschrei finden Sie unter Häuser und Straßen in Weipert

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